Baden-WürttembergIndustrie gewinnt Zuversicht – China bleibt Sorgenpunkt

Mehr Industriebetriebe rechnen mit besseren Geschäften, und auch die Exportaussichten hellen sich auf. Doch ausgerechnet bei einem wichtigen Handelspartner bleibt die Skepsis groß – warum?
Stuttgart (dpa/lsw) - Die baden-württembergische Wirtschaft blickt wieder etwas optimistischer in die Zukunft. Nach der Eintrübung im Frühsommer habe sich die Stimmung in den Unternehmen verbessert, teilte der Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertages (BWIHK) mit Verweis auf seine jüngste Erhebung in Stuttgart mit. Vor allem die exportstarke Industrie sorge für Auftrieb, doch die Erholung bleibe fragil. Besonders im Maschinenbau, einer der Kernbranchen im Südwesten sowie in der Elektrotechnik wachse die Zuversicht.
Laut der aktuellen Umfrage bewerten inzwischen rund 30 Prozent der Unternehmen ihre Geschäftslage als gut, im Frühsommer waren es 28 Prozent. Deutlicher falle die Verbesserung beim Blick nach vorne aus: Rund 23 Prozent rechneten in den kommenden zwölf Monaten mit besseren Geschäften - sechs Prozentpunkte mehr als im Frühsommer (17 Prozent). Gleichzeitig sei der Anteil der Unternehmen, die eine Verschlechterung erwarte, von 28 auf 21 Prozent gesunken. Die Mehrheit bleibe allerdings zurückhaltend: 56 Prozent gingen davon aus, dass sich an ihrer Geschäftslage vorerst wenig ändere.
BWIHK-Chef Jan Stefan Roell sagte, Rückenwind komme vor allem aus dem Ausland, während im Inland weiterhin die Dynamik fehle. "Staatliche Ausgaben, Stichwort Sondervermögen, können die Konjunktur vorübergehend stützen - dauerhaftes Wachstum entsteht aber nur, wenn auch die private Nachfrage und die Investitionen wieder anziehen."
Maschinenbau und Elektrotechnik mit Zuversicht
Knapp 31 Prozent der Industriebetriebe bewerten der Herbstumfrage zufolge ihre aktuelle Geschäftslage als gut, im Frühsommer waren es nur 26 Prozent. Auch die Erwartungen haben sich deutlich aufgehellt: Gut 29 Prozent rechnen in den kommenden zwölf Monaten mit besseren Geschäften, 7 Prozentpunkte mehr als im Frühsommer (22 Prozent).
Ein wichtiger Grund für die bessere Stimmung sei das Auslandsgeschäft. Inzwischen erwarten demnach 36 Prozent der exportierenden Industriebetriebe steigende Ausfuhren, im Frühsommer waren es noch knapp 30 Prozent. Gleichzeitig sei der Anteil an Unternehmen, die mit rückläufigen Exporten rechneten, von knapp 25 auf 17 Prozent abgesunken. Besonders im Maschinenbau und in der Elektrotechnik wachse die Zuversicht. Die Exporterwartungen für die Eurozone und Nordamerika haben sich verbessert, während beim Geschäft mit China weiterhin die Skepsis überwiegt.