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ThüringenThüringen: Mehr Arbeitslose wagen die Selbstständigkeit

21.10.2026, 11:29 Uhr
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(Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dp)

Eigenes Business statt auf passende Stellenangebote warten: Für viele Arbeitslose wird die Selbstständigkeit zur beruflichen Perspektive. Was den Trend in Thüringen antreibt.

Halle/Erfurt (dpa/th) - In Thüringen wagen zunehmend mehr Arbeitslose den Schritt in die Selbstständigkeit. In diesem Jahr hätten bereits 2.138 zuvor Erwerbslose sich ein neues Business aufgebaut, wie die Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundesagentur für Arbeit in Halle/Saale mitteilte. Das sei im Vergleich zu 2022 eine Steigerung um rund 16 Prozent, als sich 1.841 Menschen ohne Job im Freistaat selbstständig machten.

Der Aufbau eines Unternehmens aus der Erwerbslosigkeit heraus sei damit längst keine Notlösung mehr, hieß es. Anstatt auf passende Stellenangebote zu warten, nutzen viele ihr Know-how, um eigene Dienstleistungen anzubieten.

Begünstigt werden die Neugründungen den Angaben nach durch Förderprogramme wie dem Gründungszuschuss für Bezieher von Arbeitslosengeld I oder dem Einstiegsgeld für Empfänger von Grundsicherung. Zudem werde Künstliche Intelligenz (KI) bei der Erstellung von Businessplänen und Finanzkalkulationen genutzt. KI wirke wie ein Entlastungsmotor, der Gründungen unkomplizierter und zugänglicher denn je mache, sagte der Chef der Regionaldirektion, Markus Behrens.

Immer mehr Frauen beenden Arbeitslosigkeit mit Neugründung

"Seit dem Ende der Corona-Pandemie erleben wir eine zunehmende Dynamik bei Neugründungen", so Behrens. Auch nutzten immer mehr Frauen die Zeit der Arbeitslosigkeit zur Vorbereitung auf eine hauptberufliche Selbstständigkeit.

2022 waren in Thüringen unter den 1.841 zuvor arbeitslosen Neugründern 747 Frauen. In diesem Jahr entschieden sich demnach bereits 925 Frauen für die Gründung einer eigenen beruflichen Existenz. Das entspreche einem Anstieg um rund 24 Prozent. Die Selbstständigkeit eröffne ihnen die Chance, Beruf und Familie eigenbestimmt zu gestalten und flexiblere Arbeitsmodelle zu verwirklichen, hieß es.

Parallel steigt die Zahl der Gewerbeanmeldungen im Freistaat. Von Januar bis August dieses Jahres gingen laut dem Statistischen Landesamt 8.856 Gewerbeanzeigen ein - 8,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Thüringen weitet seit Januar auch die Förderung für Gründungen im Nebenerwerb aus.

Die Arbeitslosenzahl im Freistaat war im September mit 69.052 Frauen und Männern ohne Job niedriger als im August. Die Quote lag bei 6,3 Prozent.

Quelle: dpa

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