Baden-WürttembergMindestens 13 Schüsse auf Rocker - 32-Jähriger vor Gericht

In einem Café in Mannheim soll sich 2021 ein Mann von Mitgliedern eines Motorradclubs gestört gefühlt haben. Der Streit eskaliert, der Mann schießt. Jetzt steht er wegen versuchten Mordes vor Gericht.
Mannheim (dpa/lsw) - Nach mutmaßlichen Schüssen auf Mitglieder des Motorradclubs MC Germanen vor fünf Jahren steht nun ein 32-Jähriger in Mannheim vor Gericht. Er ist wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung in sechs Fällen angeklagt, wie die Staatsanwältin beim Prozessauftakt mitteilte. Der Mann soll heimtückisch zur Waffe gegriffen haben, weil er sich von den Männern gestört gefühlt haben soll.
Der türkische Staatsangehörige soll sich im September 2021 in einem Café in Mannheim aufgehalten haben, als die Mitglieder des Motorradclubs in ihren Kutten ankamen. Darüber soll sich der Angeklagte mehrfach beschwert haben. Im Laufe des Abends sei es zu verbalen Auseinandersetzungen gekommen.
Als die Mitglieder des Motorradclubs später das Café verließen, soll der Angeklagte ein Opfer gestoßen und einem anderen eine Ohrfeige gegeben haben. Daraufhin soll es zu einem Gerangel gekommen sein. Nach den Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft habe der Angeklagte dann für die anderen völlig überraschend eine scharfe Schusswaffe gezogen, die er versteckt bei sich gehabt habe, sagte die Staatsanwältin. Sie sprach von einer "maßlosen Überreaktion".
Verletzungen im Bauch und in den Beinen
Der Angeklagte soll auf die Männer im Alter von damals 35 bis 45 Jahren geschossen und dabei mindestens 13 Schüsse abgegeben haben. Die Opfer erlitten Verletzungen im Bauch und an den Beinen.
Der mutmaßliche Schütze sei anschließend von einem Zeugen in ein Auto gezogen worden und in Richtung Frankfurt gefahren sein. Laut einer früheren Mitteilung der Ermittlungsbehörden gehört er keiner Rockergruppierung an.
Der Angeklagte sitzt laut Gericht wegen einer anderen Sache bereits in Haft. Warum, dazu äußerte sich eine Sprecherin nicht. Über seine Anwältinnen kündigte der Mann am ersten Prozesstag an, sich zu den Vorwürfen äußern zu wollen, allerdings erst an einem der späteren Verhandlungstermine.
Das Landgericht Mannheim hat für das Verfahren zehn Termine angesetzt. Ein Urteil könnte am 15. Dezember verkündet werden.