Nordrhein-WestfalenPer künstlicher Besamung: Leopardennachwuchs im Kölner Zoo

In freier Wildbahn sind sie vom Aussterben bedroht. Zoos kämpfen daher für den Erhalt des Persischen Leoparden. Ein neues Jungtier tapst nun durch den Kölner Zoo - dank aufwendiger Zuchtmethoden.
Köln (dpa/lnw) - Der Kölner Zoo freut sich über einen besonderen Zuchterfolg bei den vom Aussterben bedrohten Persischen Leoparden. Besucher können sich auf ein gesundes und munteres Wildkatzenkind freuen, das nun das Außengelände erobert. Wie der Kölner Zoo mitteilt, ist das weibliche Leoparden-Jungtier Arya vor drei Monaten geboren worden, nun geimpft und regelmäßig in der Außenanlage mit ihrer Mutter zu sehen.
Da zwischen Leoparden-Mutter Mitra und Zuchtkater Grom die natürliche Fortpflanzung ausblieb, hatte das Zoo-Team den Weg der künstlichen Besamung gewählt. Die Methode habe bei den Persischen Leoparden damit weltweit erst das dritte Mal funktioniert - und zwar gleich im ersten Anlauf. Maßgeblich involviert war dabei eine Katzen-Reproduktionsspezialistin aus dem Allwetterzoo Münster.
Warum der Vater nicht von selbst für Nachwuchs sorgte
Grom stammt aus Sotchi in Russland und wurde dort von Hand aufgezogen. Daher zeige er kein artspezifisches Sozialverhalten. Bis 2022 hatte er in einem französischen Zoo mit einer älteren Leopardin zusammengelebt - aber nicht für Nachwuchs gesorgt.
Die Spermien seien dem Leopardenkater Grom in Narkose entnommen, aufbereitet und dann der ebenfalls narkotisierten Leopardin Mitra injiziert worden. Die beiden seien genetisch ausgesprochen wertvoll für den Bestand dieser Art - auch weil sie in den Zuchtlinien europäischer Zoos kaum vertreten seien. Daher seien keine Mühen gescheut worden, für eine Fortpflanzung der beiden zu sorgen, erklärte der Zoo den hohen Aufwand.
Nur noch etwa 1.000 Tiere in freier Wildbahn
Laut Zoo wird der Bestand wildlebender Persischer Leoparden auf etwa 1.000 Exemplare geschätzt, die meisten davon leben im Iran. Früher reichte das Verbreitungsgebiet von der östlichen Türkei bis in den Westen Pakistans.
Wissenschaftlich geführte Zoos leisteten daher große Anstrengungen, um in Zukunft wieder genetisch möglichst vielfältige Tiere im Ursprungsgebiet der Persischen Leoparden auswildern zu können. Im Kölner Zoo leben vier Tiere dieser Art. Hier war auch die erste künstliche Besamung eines Persischen Leoparden geglückt, die zweite gelang im Allwetterzoo Münster - ebenfalls mit Spermien von Grom.