Berlin & BrandenburgMetall-Tarifrunde ohne Angebot der Arbeitgeber gestartet

Für rund 96.000 Beschäftigte in der Metall- und Elektroindustrie in Berlin und Brandenburg hat die nächste Tarifrunde begonnen. Sie hoffen auf mehr Geld - doch die Arbeitgeber warnen.
Berlin (dpa/bb) - Mit einer Forderung nach 5 Prozent höheren Entgelten in der Metall- und Elektroindustrie ist die Gewerkschaft IG Metall in die erste Tarifrunde für Berlin und Brandenburg gegangen. Ein Ergebnis gab es beim Treffen beider Seiten in Berlin nicht. Die Arbeitgeberseite, der Verband der Metall- und Elektroindustrie in Berlin und Brandenburg (VME), legte kein Angebot vor.
"Gerade in diesen Zeiten müssen die Arbeitgeber Verantwortung für ihre Belegschaften übernehmen. Es ist bedauerlich, dass sie dazu beim Auftakt nicht bereit waren", sagte IG-Metall-Verhandlungsführer Jan Otto. "Die Beschäftigten erwarten und sie brauchen angesichts der massiven Preissteigerung eine deutliche Entgelterhöhung. Mit ihrer Leistung und ihrem Engagement haben sie dafür gesorgt, dass die Wirtschaft allmählich wieder Tritt fasst."
Arbeitgeber warnen vor Stellenabbau
Der VME erteilte den Forderungen dagegen eine klare Absage. "Die Gewerkschaft muss der Realität ins Auge sehen: Ihre Forderung nach fünf Prozent mehr Geld und weiteren Zusatzleistungen wird der schwierigen Lage unserer Betriebe in keiner Weise gerecht", sagte Verhandlungsführer Henning Brandes. "Ein dickes Plus bei den Kosten wäre ein weiteres Minus für den Standort." Die Folgen wären unter anderem Stellenabbau und weniger Investitionen.
Zum Verhandlungsauftakt demonstrierten Beschäftigte vor dem Gesprächsort für ihre Forderungen. Die Gewerkschaft pocht auf fünf Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Verhandelt wird der IG Metall zufolge für rund 96.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die zweite Verhandlungsrunde ist demnach für den 29. Oktober geplant.