Niedersachsen & BremenDialog abgeschlossen - das soll für die Fischerei gelten

Mehr als ein Jahr haben Fischerei- und Umweltverbände mit zwei Ministerien darüber gesprochen, wo in Zukunft nicht mehr gefischt werden darf. Als Nächstes befasst sich das Parlament mit dem Fall.
Hannover (dpa/lni) - In welchen Meeresgebieten darf künftig nicht mehr gefischt werden? Diese Frage haben das niedersächsische Umwelt- sowie das Landwirtschaftsministerium jetzt beantwortet. Zuvor hatten sich die Ministerien seit Frühjahr 2025 mit Umweltschützern, Fischern und Kommunen beim sogenannten Fischereidialog ausgetauscht.
Wie bereits bekannt soll die Fläche zehn Prozent des niedersächsischen Meeres ausmachen. Darunter falls auch bereits geschützte Gebiete wie der Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer, wie es in einer Mitteilung hieß. Um welche Flächen es genau geht, teilten die Ministerien nicht mit. Laut Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer (Grüne) liegen sie unter anderem auf der zum offenen Meer gerichteten Seite der ostfriesischen Inseln.
EU macht Vorgabe
Hintergrund für die Regeln ist eine EU-Vorgabe für 2030. Demnach sollen 30 Prozent der Meeresflächen wirksam geschützt und insgesamt 10 Prozent streng geschützt werden. Das Umweltministerium will dazu nun einen Gesetzesvorschlag erarbeiten, über den der Landtag abstimmen soll.
Der Plan "bringt die Anforderungen des Meeresnaturschutzes mit den Interessen der niedersächsischen Küstenfischerei in Einklang und ist geeignet, Naturschutz und Küstenfischerei gemeinsam in die Zukunft führen", sagte Umweltminister Meyer. Nach früheren Angaben gibt es in Niedersachsen 114 sogenannte Fischereifahrzeuge mit 317 Beschäftigten, darunter 88 Krabbenkutter.
Kritik von Umweltverbänden
Die Naturschutzorganisation WWF bemängelte, dass das Gebiet der geschützten Flächen zu klein sei. Mehr als die Hälfte des Gebietes seien trockenfallende Wattflächen, die gar nicht befischbar seien. Auch die Naturschutz- und Umweltverbände Nabu und BUND nannten das Flächenkonzept in einer gemeinsamen Mitteilung "völlig unzureichend". Dass nur 16 Prozent der Nationalpark-Fläche fischereifrei werden sollen, verfehle gesetzlichen Anforderungen an das Schutzgebiet deutlich. Mittelfristig fordern sie, dass für mehr als die Hälfte der Nationalparkfläche der strenge Schutz gelten soll.