ThüringenZukunftsvision für Thüringen gesucht - Experten berufen

Wie soll Thüringen 2035 aussehen? Was muss sich ändern? Darüber werden sich in den kommenden Monaten etwa 30 Experten Gedanken machen. Wie die Zukunftskommission zusammengesetzt ist.
Erfurt (dpa/th) - Etwa 30 Experten aus Wissenschaft, Industrie, Kultur und Kommunen machen sich in den kommenden Monaten Gedanken über Thüringens Zukunft. Sie sollen eine Vision mit Vorschlägen entwickeln, wie Thüringen im Jahr 2035 vor dem Hintergrund von Bevölkerungsschwund, Konflikten in der Gesellschaft und einer immer wichtiger werdenden Künstlichen Intelligenz aussehen soll. Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) stellte in Erfurt die von ihm berufenen Mitglieder bei ihrem ersten Arbeitstreffen vor.
Vorsitzender des Gremiums, das bis September 2027 Ergebnisse vorlegen will, ist der Physiker Ulrich Schubert, Lehrstuhlinhaber für organische und makromolekulare Chemie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Schubert war nach der Landtagswahl 2024 auch als Wissenschafts-Staatssekretär in Thüringen im Gespräch.
Der Kommission gehören unter anderem Erik Bertram, Vizepräsident des Software-Konzerns SAP, der ehemalige Vorstandschef des Optik-Konzerns Carl Zeiss, Michael Kaschke, die Geschäftsführerin der Viba Sweets GmbH, Corinna Wartenberg, der ehemalige Vizevorsitzende des Zentralrats der Juden und Jurist Michel Friedman oder die Präsidentin der Klassik Stiftung Weimar, Ulrike Lorenz, an. Die Kommunen vertreten der Landrat des Wartburgkreises, Michael Brodführer, und Sina Römhild. Sie ist nach Angaben von Voigt als Bürgermeisterin der Gemeinde Oechsen eine der jüngsten Rathauschefinnen im Freistaat.
Voigt: "Möchte ein ambitioniertes Ziel"
Technologische Veränderungen und geopolitische Krisen hätten Auswirkungen bis ins kleinste Dorf, sagte Voigt. Die Politik reagiere auf Probleme oft mit Kurzatmigkeit. Gebraucht würden aber auch Zukunftsvisionen. "Ich möchte ein ambitioniertes Ziel, aber auch einen realistischen Blick", so Voigt. Gute Vorschläge, die in Thüringen funktionierten, könnten auch Deutschland helfen. Er werde persönlich die Verantwortung dafür übernehmen, dass Vorschläge der Kommission nach einem demokratischen Entscheidungsprozess umgesetzt werden, so der Regierungschef.
Schubert kündigte an, dass Handlungsempfehlungen möglichst schon für den nächsten Thüringer Doppelhaushalt 2028/29 vorliegen sollen, der im kommenden Jahr von der Landesregierung erarbeitet werden muss. Das Arbeitsspektrum der Kommission reiche von der künftigen Wettbewerbsfähigkeit Thüringens über die Folgen der demografischen Entwicklung bis zu einem effizienteren Staat. Die nächste gemeinsame Sitzung der Zukunftskommission sei für den 12. Januar in Weimar geplant.