SachsenZecken in Sachsen: deutlich weniger Borreliose-Fälle

In Sachsen wurden weniger Borreliose-Fälle gemeldet als im Vorjahreszeitraum. Bei FSME blieb die Zahl fast unverändert. In welchen Landkreisen es die meisten Zeckenerkrankungen gab.
Dresden (dpa/sn) - In Sachsen sind in diesem Jahr bislang weniger Borreliose-Erkrankungen durch Zecken übertragen worden als im Vorjahreszeitraum. Die Fallzahlen der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) veränderten sich hingegen kaum, wie das sächsische Gesundheitsministerium auf Anfrage mitteilte. Demnach wurden bis vergangene Woche (41. Kalenderwoche) 46 FSME-Erkrankungen registriert, im Vorjahreszeitraum lag die Zahl bei 44.
1.614 Lyme-Borreliose-Erkrankungen seien bis zur vergangenen Woche gemeldet worden. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es mit 2.220 noch deutlich mehr Borreliose-Fälle gewesen. Insgesamt schwankten die Zahlen in den vergangenen Jahren jedoch: So wurden 2025 insgesamt 2.637 Fälle verzeichnet, 2024 hingegen nur 1.629 Fälle.
Zecken durch milde Winter länger aktiv, aber verändert
Warum die Zahlen von Jahr zu Jahr schwanken, begründet das Gesundheitsministerium mit milden Wintern durch den Klimawandel. Dadurch seien Zecken länger aktiv und könnten potenziell über das ganze Jahr zu Infektionen führen. "Allerdings benötigen Zecken auch Feuchtigkeit, sodass sie sich in sehr heißen, trockenen Sommerwochen in den Boden zurückziehen", teilte das Ministerium weiter mit.
Meiste Borreliose-Fälle in Mittelsachsen
Die Zahl der Zeckenerkrankungen variiert je nach Landkreis. So seien in Mittelsachsen mit 291 bisher die meisten Borreliosen im Bundesland gemeldet worden. Dies entspricht 99 Infektionen pro 100.000 Einwohner. Darauf folgten der Erzgebirgkreis (257 Fälle) sowie der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge (210 Fälle).
Von den 46 FSME-Fällen ereigneten sich den Angaben nach die meisten im Vogtlandkreis (10). Dort kam es um Tod einer 69-Jährigen mit einer FSME-Erkrankung, wie das Ministerium mitteilte. Sie hatte demnach Symptome einer Hirnhautentzündung und starb durch eine Lungenentzündung.
Borreliose behandelbar, für FSME keine ursächliche Therapie
FSME macht sich zunächst durch grippeähnliche Symptome bemerkbar. In schweren Fällen kann es zur Entzündung von Hirnhäuten, Gehirngewebe und Rückenmark kommen. Gegen FSME gibt es keine spezielle Therapie. Borreliose kann hingegen mit Antibiotika behandelt werden.
Bei Borreliose taucht eine kreisförmige Hautrötung um die Einstichstelle auf. Symptome sind Müdigkeit, Fieber oder grippeähnliche Beschwerden. Wenn die Erkrankung nicht behandelt wird, können sich Gelenke, Herzmuskel oder Nervensystem entzünden.