Sachsen-AnhaltProtestaktion: Migranten wollen Läden in Halle schließen

Unter dem Motto "Halle ohne uns?" schließen Geschäftsinhaber ihre Läden und planen eine Kundgebung am Steintor. Die Aktion richtet sich gegen Rassismus und Ausgrenzung, teilen die Organisatoren mit.
Halle (dpa/sa) - Geschäftsinhaber mit Migrationshintergrund wollen am Donnerstag in Halle ihre Läden im Rahmen einer Protestaktion schließen. Unter dem Motto "Halle ohne uns?" wolle man gegen Rassismus und Ausgrenzung demonstrieren, teilten die Bürgerinitiative "MigraStark" und der Flüchtlingsrat Sachsen-Anhalt mit. Demnach sollen die Geschäfte von 10.00 bis 16.00 Uhr geschlossen bleiben. Ab 14.00 Uhr ist eine Kundgebung am Steintor geplant.
Bereits im Vorfeld der Landtagswahlen im September hatten Ende August rund 160 Geschäftsinhaber in Magdeburg im Rahmen eines sogenannten "Migra-Streiks" ihre Läden geschlossen. Die AfD war bei der Wahl im September stärkste Kraft geworden. Spitzenkandidat Ulrich Siegmund will sich im September zum ersten AfD-Ministerpräsidenten Deutschlands wählen lassen.
Menschen mit Migrationshintergrund seien zunehmend verunsichert darüber, ob sie und ihre Familien noch eine Zukunft in Sachsen-Anhalt hätten, erklärte der Flüchtlingsrat weiter. Der Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion für Integration, Mamad Mohamad aus Halle, rief zur Teilnahme an der Aktion auf. Es gehe darum zu zeigen, wie sehr Menschen mit Migrationsgeschichte die Gesellschaft jeden Tag bereichern, erklärte er in einem Post auf Instagram.