Mecklenburg-VorpommernUniversität Rostock schlägt Alarm - "Enorme Finanzprobleme"

Die 1419 gegründete Universität Rostock hat eine lange Tradition. Mit sehr deutlichen Worten warnt die Hochschule, dass in Zukunft die Mittel nicht mehr reichen könnten, um die Aufgaben zu erfüllen.
Rostock (dpa/mv) - Die Universität Rostock rechnet für die Jahre 2028 und 2029 mit einem jährlichen Finanzierungsdefizit von mindestens vier bis fünf Millionen Euro. Die Finanzierungsprobleme seien enorm, warnte Mecklenburg-Vorpommerns größte Universität. Eine aktuelle, auf den vorhandenen Haushaltsdaten basierende Finanzprognose zeige, dass die verfügbaren Landesmittel künftig nicht mehr ausreichten, um die laufenden Aufgaben der Universität dauerhaft zu finanzieren.
Bisher habe das jährliche Defizit durch Rücklagen ausgeglichen werden können, was aber von 2028 an nicht mehr möglich sei. "Die zur Verfügung stehenden Finanzmittel werden die anstehenden Ausgaben nicht dauerhaft decken", hieß es in einer Mitteilung. Die Defiziteinschätzung sei dabei noch eine optimistische Annahme und setze eine weiterhin sparsame Haushaltsführung sowie eine begrenzte Stellenbesetzung von derzeit rund 91 bis 92 Prozent voraus.
Entwicklung hat sich verschärft
Als Ursache für die größer werdende Finanzlücke nannte die Uni sieben Gründe. Dazu gehören deutlich gestiegene Kosten der betrieblichen Altersversorgung, ein zunehmender Sanierungs- und Instandhaltungsbedarf bei den Universitätsgebäuden, wachsende Anforderungen an die IT-Infrastruktur, an die Forschungssicherheit sowie an die Informations- und IT-Sicherheit sowie eine anhaltende Unterfinanzierung des vereinbarten Stellenplans.
Die Entwicklungen hätten sich in den vergangenen anderthalb bis zwei Jahren deutlich verschärft, wobei die Universität wiederholt auf die finanziellen Risiken hingewiesen und die entsprechenden Mehrbedarfe gegenüber dem Land thematisiert habe. Die Universität Rostock erwarte vom Land eine verlässliche und auskömmliche Finanzierung ihrer Aufgaben.
Thema in den Koalitionsverhandlungen
Insbesondere müsse die vereinbarte Finanzierung des Stellenplans überprüft und an den tatsächlichen Personalbedarf angepasst werden. Eine Neuberechnung des Stellenhaushalts mit einer Finanzierung von 97 Prozent wäre ein wichtiger Schritt, um die finanzielle Situation zu stabilisieren, hieß es in der Mitteilung. Die Uni Rostock zählt knapp 13.000 Studentinnen und Studenten.
In Schwerin laufen derzeit Verhandlungen für eine rot-rot-grüne Koalition. Das Thema Wissenschaft und Kultur wurde in dieser Woche abgeschlossen. Aus dem Sondervermögen des Bundes will MV 150 Millionen Euro in die Hochschulen investieren. Das Geld wird nach Angaben von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) unter anderem in die Mensa Süd in Rostock und die Pflegeschule an der Uni-Medizin in Greifswald fließen.