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Mecklenburg-VorpommernIHK-Umfrage: Verbesserte Geschäftslage, hoher Kostendruck

02.11.2026, 14:18 Uhr
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Wie geht es den Unternehmen - das erfragen Industrie- und Handelskammern regelmäßig bei ihren Unternehmen. Eine neue Umfrage zeigt Aufhellung, aber auch viel Schatten.

Neubrandenburg (dpa/mv) - Nach den jüngsten positiven Nachrichten auf Bundesebene zeichnen auch die Unternehmen im Osten Mecklenburg-Vorpommerns wieder ein etwas besseres Bild ihrer Lage. "Die Geschäfte der Unternehmen laufen besser als im Frühsommer, die Erwartungen hellen sich auf", erklärte Torsten Haasch, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Neubrandenburg für das östliche Mecklenburg-Vorpommern, anlässlich der jüngsten Konjunkturumfrage. Von einem nachhaltigen Aufschwung könne aber keine Rede sein. "Den Unternehmen fehlt eine langfristige Perspektive."

Im Vergleich zur vorhergehenden Umfrage im Frühsommer ist der Konjunkturklimaindex laut IHK Neubrandenburg von 84 auf 94 Indexpunkte gestiegen. Der Wert fasse die Lage und Erwartungen der Unternehmen zusammen. Auch der jüngste Wert liegt den Angaben zufolge weit unter dem zehnjährigen Mittel von 107 Indexpunkten.

Antworten von 366 Unternehmen

An der Umfrage beteiligten sich laut IHK Neubrandenburg 366 Unternehmen aus Industrie, Bau, Handel, Dienstleistungen, Verkehr und Gastgewerbe. Die Befragung regionaler Unternehmen fand demnach zwischen dem 7. September und dem 2. Oktober statt. Die IHK Neubrandenburg hat nach eigenen Angaben rund 26.000 Mitgliedsunternehmer und -unternehmerinnen und ist für die Landkreise Vorpommern-Greifswald und Mecklenburgische Seenplatte zuständig. Umfrageergebnisse der übrigen beiden Industrie- und Handelskammern in Rostock und Schwerin werden im Laufe der Woche erwartet.

Den Daten der IHK Neubrandenburg zufolge schätzen im Vergleich zum Frühsommer mehr Unternehmen ihre Geschäftslage als gut und weniger Unternehmen als schlecht ein. Der Geschäftslagesaldo, also die Differenz der prozentualen Anteile der Meldungen mit "gut" und der Meldungen mit "schlecht", stieg demnach von 5 auf 17 Prozentpunkte.

Dies gehe mit einer Erholung auf gesamtwirtschaftlicher Ebene einher. Als Faktoren werden Impulse des KI-Booms auf die Weltwirtschaft genannt sowie Produktionseinschränkungen von Wettbewerbern in der Golfregion und eine starke in- und ausländische Nachfrage nach deutscher Sicherheits- und Verteidigungstechnik, von denen die hiesige Wirtschaft profitiere.

Kostendruck verhindert Investitionen

Auch die Geschäftserwartungen haben sich demnach verbessert. Die IHK Neubrandenburg verwies in diesem Zusammenhang auch auf bundesweite Daten. Der ifo-Konjunkturklimaindex sei seit Juli 2026 aufwärts gerichtet, und die gesamtwirtschaftlichen Prognosen für dieses und das kommende Jahr seien angehoben worden. Trotz Verbesserung ist der eigene Erwartungssaldo für die Region aber weiterhin negativ: -24 nach zuvor -32 Prozentpunkten.

Gestiegene Kosten für Energie und Personal führten dazu, dass nicht genug Geld für auf die Zukunft ausgerichtete Investitionen da sei. "Die Befragten sehen sich überwiegend gezwungen, ihre Investitionen auf Ersatzbeschaffungen zu beschränken", heißt es. Knapp die Hälfte (49 Prozent) der Unternehmen gibt demnach an, dass sie ihre Investitionsausgaben in den kommenden 12 Monaten verringern werden, und nur 14 Prozent planten eine Erhöhung.

Am häufigsten Energiepreise als Risiko genannt

Auf die Frage nach den größten Risiken für die Unternehmensentwicklung wurden die Energiepreise am häufigsten genannt (69 Prozent der Befragten). Dahinter folgen die Arbeitskosten (64 Prozent).

Als bedeutendste mögliche Maßnahme, damit Unternehmen Personal besser einsetzen oder neu einstellen können, geht aus Sicht der Firmen die Senkung der Sozialversicherungsbeiträge hervor. Mehr als drei Viertel (76 Prozent) hielten dies laut Umfrage für hilfreich. Die IHK Neubrandenburg fordert zudem eine Senkung der Energiekosten, Steuer- und Abgabensenkungen, Stärkung der beruflichen Bildung und Entlastung von bürokratischen Vorgaben.

Quelle: dpa

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