HessenTollwut bei Fledermaus in Kassel nachgewiesen

Eine geschwächte Breitflügelfledermaus lag in Kassel flugunfähig am Boden. Bei dem Tier wurde Fledermaustollwut nachgewiesen. Worauf sollte man jetzt achten?
Kassel (dpa/lhe) - Bei einer Fledermaus in Kassel ist Fledermaustollwut nachgewiesen worden. Wie die Stadt Kassel mitteilte, bestätigte der Landesbetrieb Hessisches Landeslabor den Befund. Die geschwächte Breitflügelfledermaus war demnach nahe dem Naturschutzgebiet Dönche flugunfähig am Boden gefunden worden.
Die Stadt rät, auffällige Fledermäuse nicht mit bloßen Händen anzufassen, sondern nur mit dicken oder bissfesten Handschuhen. Eine Übertragung der Tollwut auf Menschen setze direkten Kontakt voraus, etwa Biss- oder Kratzverletzungen oder Speichel auf Schleimhäuten oder kleinen Wunden. Bei Einhaltung des gebotenen Abstands bestehe praktisch kein Ansteckungsrisiko, hieß es.
Was tun bei einem Fledermausbiss?
Nach einem Biss oder Kratzer sollte laut Mitteilung umgehend ein Arzt aufgesucht und der Kontakt mit einer Fledermaus angegeben werden. Auffällige oder tot gefundene Fledermäuse sollten dem Veterinäramt der Stadt gemeldet werden.
Eine Virusübertragung auf Katzen oder Hunde, die eine geschwächte oder tote Fledermaus gefressen haben, ist laut der Stadt theoretisch denkbar. Allerdings sei bislang keine derartige Übertragungskette nachgewiesen worden.
Fledermaustollwut ist nicht mit der klassischen terrestrischen Tollwut von landlebenden Säugetieren gleichzusetzen: Diese gilt in Deutschland schon seit 2008 offiziell als getilgt. Bei Fledermäusen werden hingegen weiterhin verschiedene der sogenannten Lyssaviren nachgewiesen.