Berlin & BrandenburgKlamme Stadtkasse: Potsdam im Haushaltsdefizit

Potsdam rutscht wie andere Kommunen in ein immer größer werdendes Haushaltsloch. Eine Haushaltssperre wurde bereits verhängt.
Potsdam (dpa/bb) - In Brandenburgs Landeshauptstadt Potsdam werden nach Angaben der Stadtverwaltung "massive finanzielle Herausforderungen" sichtbar. Der Jahresabschluss für 2024 zeige "eine drastische Ausweitung des Defizits im Vergleich zum Vorjahr", hieß es in einer Mitteilung. Potsdam schloss das Haushaltsjahr 2024 demnach mit einem Defizit von rund 45,5 Millionen Euro ab. Im Vorjahr waren es lediglich 6,69 Millionen Euro, die für einen ausgeglichenen Haushalt fehlten.
"Auch für das Jahr 2025 zeichnet sich keine Besserung ab", heißt es in der Mitteilung. Es werde nach einem vorläufigen Jahresabschluss ein Verlust von voraussichtlich rund 52 Millionen Euro erwartet. Die Stadt sieht dahinter eine bundesweite Entwicklung. "Die bereits in Vorjahren einsetzende Entwicklung einer immer weiter aufgehenden Schere zwischen Aufwendungen und Erträgen verschärft sich auch für Potsdam zunehmend, wobei unsere Rücklagen schlicht endlich sind", sagte Kämmerer Burkhard Exner (SPD).
Das deutlich negative Jahresergebnis geht maßgeblich auf die Verwaltungstätigkeit zurück. "Die regulären Erträge können die laufenden Kosten bei Weitem nicht mehr decken."
Zuletzt sah sich die Stadt angesichts knapper Finanzen gezwungen, eine Haushaltssperre zu verhängen. "Hintergrund ist die sich deutlich verschärfende Finanz- und Haushaltslage der Landeshauptstadt", teilte die Stadt vor wenigen Tagen mit. Deshalb würden fünf Prozent der zahlungswirksamen Aufwendungen für Sach- und Dienstleistungen sowie sonstige Aufwendungen gesperrt. Nicht betroffen sind laut Stadt soziale Leistungen und Zuschüsse wie Wohngeld, Hilfen zur Erziehung und Grundsicherung im Alter. Die Sperre gilt zunächst für das vierte Quartal dieses Jahres. Sie werde nur aufgehoben, wenn sich die Haushaltslage merklich verbessere.