Berlin & BrandenburgBaukosten bremsen Wohnungsbau in Brandenburg deutlich

Brandenburgs Wohnungsunternehmen investieren erstmals seit 2019 weniger als im Vorjahr. Besonders der Neubau gerät unter Druck – für die Branche ein Warnsignal.
Potsdam (dpa/bb) - Aufgrund der stark gestiegenen Baukosten haben Brandenburgs Wohnungsunternehmen im vergangenen Jahr deutlich weniger in Neubau, Sanierung und Modernisierung investiert. Die Investitionen seien im Vorjahresvergleich um rund 6,6 Prozent auf gut 688 Millionen Euro zurückgegangen, teilte der Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU) mit. Erstmals seit 2019 hätten die Unternehmen weniger investiert als im Vorjahr.
Mieten steigen langsamer als Kosten
"Unsere Unternehmen müssen immer mehr stemmen, während steigende Baukosten Neubau und Modernisierung immer teurer machen und die Einnahmen damit nicht Schritt halten", betonte BBU-Vorständin Maren Kern.
Insbesondere der Wohnungsbau sei erheblich teurer geworden. Die Preise für entsprechende Bauleistungen seien zwischen 2021 und 2025 um mehr als 39 Prozent gestiegen. Für Instandhaltung und Instandsetzung gingen die Kosten dem BBU zufolge im selben Zeitraum sogar um fast 45 Prozent nach oben.
Die Mieten stiegen zwischen 2021 und 2025 ebenfalls, mit knapp 12 Prozent aber deutlich langsamer als die Kosten. "Die Unternehmen sichern damit weiterhin ein vergleichsweise günstiges Mietniveau", hieß es. Die durchschnittliche Nettokaltmiete bei den BBU-Mitgliedsunternehmen lag Ende vergangenen Jahres laut Verbandsangaben bei 6,01 Euro pro Quadratmeter. Das waren 3,6 Prozent mehr als im Vorjahr.
Jährliche Schwankungen durchaus üblich
Im vergangenen Jahr hätten die Mitgliedsunternehmen rund 108 Millionen Euro in den Bau neuer Wohnungen gesteckt. Das waren demnach fast 29 Prozent weniger als im Vorjahr. "Gegenüber 2023 mit rund 202 Millionen Euro hat sich das Volumen damit nahezu halbiert", teilte der BBU weiter mit. Bei rund 450 Wohnungen sei 2025 mit dem Neubau begonnen worden - ein Rückgang von 44,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Jährliche Schwankungen seien durchaus üblich und hingen oft von einzelnen Großprojekten ab. Die aktuellen Zahlen belegten daher noch keinen langfristigen Abwärtstrend. "Zusammen mit den rückläufigen Investitionen sind sie jedoch ein Warnsignal und unterstreichen, wie wichtig verlässliche Finanzierungs- und Förderbedingungen sind", betonte Kern.
Angesichts der hohen Kosten stellten viele Mitgliedsunternehmen anstehende Sanierungs- oder Modernisierungsmaßnahmen zurück. Es brauche daher insbesondere für die anstehende Modernisierungswelle neue Förderungsmodelle. Viele nach der Wiedervereinigung umfassend modernisierte Gebäude benötigen erneut größere Investitionen.
Im BBU sind landeseigene, genossenschaftliche, kirchliche und private Wohnungsunternehmen organisiert. In Brandenburg umfasst ihr Bestand etwa 44 Prozent aller Mietwohnungen.